Salesforce Aktie Analyse

Mit ca. 1.000% Wachstum gehört die Salesforce Aktie zu den top Performern am Aktienmarkt. Um so beeindruckender ist, dass das Unternehmen Salesforce.com Inc. mittlerweile eine Marktkapitalisierung von über 150 Mrd. USD hat und sein Marktanteile im CRM-Markt weiterhin ausbaut. Folgende Zitate verdeutlichen weshalb es für Unternehmen so wichtig ist, sich auf den Kunden zu fokussieren:

“Wir sehen unsere Kunden als geladene Gäste einer Party, und wir sind die Gastgeber. Jeden Tag ist es unsere Aufgabe, jeden wichtigen Aspekt der Kundenerfahrung ein bisschen besser zu machen.”

Jeff Bezos, CEO von Amazon

“Der Kunde ist der wichtigste Besucher in unserem Hause. Er ist nicht von uns abhängig. Wir sind von ihm abhängig. Er unterbricht unsere Arbeit nicht, sondern er ist Ziel und Zweck unserer Arbeit. Für unsere Aufgabe ist er kein Außenstehender. Er ist Teil unserer Aufgabe. Wir tun ihm keinen Gefallen, wenn wir ihm eine Dienstleistung erweisen. Er tut uns einen Gefallen, indem er uns die Möglichkeit dazu bietet”.

Mahatma Gandhi

Geht es um das Thema Kundenzufriedenheit sind sich sogar Bezos und Gandhi einig. Doch nicht nur sie, nahezu jedes Unternehmen nennt den Kunden bzw. die Kundenzufriedenheit als oberstes Unternehmensziel. Um so mehr ein Grund sich den größten Player in einem zweistellig wachsenden Markt mal etwas genauer anzusehen – Salesforce.com.

1. Salesforce.com – Unternehmen

Vor der Gründung von Salesforce, arbeitete Marc Benioff bereits für Apple und Oracle. Während seiner Tätigkeiten viel ihm etwas auf:
Möchte ein Unternehmen Strategien wie bspw. CRM (Customer-Relationship-Management = Kundenbeziehungsmanagement) integrieren, stehen dafür nur unpraktische Softwareprogramme zur verfügung. Diese müssen aufwendig installiert werden und sind meist an ein Gerät gebunden. Im Jahr 1999 ging er dieses Problem an, indem er die CRM-Plattform “Salesforce” gründete und damit ein Pionier des Cloud Computing war. Auch heute noch verfolgt er als CEO von Salesforce seine damalige Mission “The End of Software”.
…Und das mehr als erfolgreich! Die Salesforce Aktie verzeichnete 4-stellige Wachstumsraten und das Unternehmen selbst ist nicht nur mit Abstand Marktführer in der CRM Branche, sondern auch im Bereich der Cloud-Applications (mehr dazu im 2. Kapitel). Dabei bedienen sie nicht nur die große Firmen, sondern zählen auch kleine Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeiter zu ihren Kunden.
Um zu verstehen wie Salesforce Mehrwert für seine Kunden schafft und wie genau sie dabei ihr Geld verdienen, werfen wir zu beginn der Analyse zur Salesforce Aktie einen Blick auf die Unternehmens-Segmente (inklusive der Entwicklung in den vergangenen Quartalen):

salesforce umsatzentwicklung
Quelle: HyperCharts

Beschreibung der Segmente

Die Sales Cloud verbessert die Produktivität und Effizienz der Vertriebs-Abteilung.
Sie ermöglicht es Kundendaten zu speichern, den Prozess der Kundengewinnung zu überwachen, Prognosen zu erstellen, durch Analysen und Statistiken neue Erkenntnisse zu erlangen und Angebote, Verträge oder Rechnungen zu übermitteln.

Die Service Cloud steigert den Kundensupport eines Unternehmens.
Mitarbeiter können sich dadurch von überall, von jedem Gerät und über alle Kanäle hinweg mit dem Kunden verbinden. Dies ermöglicht nicht nur einen besseren und schnelleren, sondern auch einen personalisierteren Kundensupport. Darüber hinaus ist es Unternehmen möglich, all Ihre Angestellten, den Kundendienst, die Spediteure und die Experten im Außendienst, über eine zentrale Plattform zu verbinden. Darüber können sie unkompliziert planen, Arbeit aufteilen sowie Aufträge managen und in real-time tracken.

Über die Marketing & Commerce Cloud wird der Kundengewinnungsprozess verbessert.
Mit der Marketing Cloud können Unternehmen die sogenannte “customer journey” planen, personalisieren und optimieren, wofür ihnen jegliche Kanäle wie bspw. E-Mail, Mobile und Soziale Netzwerke zur verfügung stehen. Außerdem lassen sich Kunden segmentieren und mit gezielter Werbung ansprechen. Zusätzlich können alle Kundendaten der Marketing Cloud auch in die Sales Cloud und die Service Cloud integriert werden, wodurch Unternehmen einen Gesamtüberblick über all ihre Kunden erhalten.
Durch die Commerce Cloud kann die Kundenerfahrung über alle Schnittstellen hinweg vereinheitlicht werden. Mithilfe der integrierten KI (Künstlicher Intelligenz), die ein personalisiertes Einkaufserlebnis sowie ein robustes Partner-Ökosystem bietet, wird nicht nur die Kundeninteraktion und die Kundenzufriedenheit gesteigert, sondern auch die Einnahmen der Unternehmen.

Die Salesforce Plattform beinhaltet unter anderem:
Lightning Platform – Mit der Lightning Plattform können Unternehmen ihre eigenen Apps entwickeln, die exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dafür stehen ihnen unzählige Tools zur verfügung. Außerdem beinhaltet sie intelligente Analysefunktionen, wodurch Unternehmen ihre Geschäftsdaten einsehen, neue Erkenntnisse gewinnen und bessere Entscheidungen treffen können. Zusätzlich erhalten Unternehmen Zugang zu einer Online-Learning-Plattform, über die Mitarbeiter sich alle möglichen Kompetenzen und Fähigkeiten zu Salesforce aneignen können. Ebenso die Plattform “Heroku”, die es Entwicklern ermöglicht, Applications vollständig in der Cloud zu entwicklen und von dort zu betreiben.
Integration – Mit der MuleSoft Anypoint Platform kann jedes System, jede Anwendung und jedes Gerät auf einer einheitlichen Platform miteinander verbunden werden. Die Datenbereitstellung im gesamten Unternehmen führt zu einer deutlichen Effizienzsteigerung und zur Erschließung neuer Einnahmequellen.
Collaboration – Die Quip Collaboration Platform kombiniert Dokumente, Tabellenkalkulationen, Anwendungen und Chats mit Live-CRM-Daten und stellt so einen zentralen Knotenpunkt für Teams dar, über den sie zusammen arbeiten können.

Und zu den Professional Services gehören Beratungs-, Implementierungs-, und Trainingsleistungen.

Dabei hat Salesforce nicht jeden Service selbst entwickelt. Die Liste der Übernahmen ist lang, meist zweistellige und dreistellige Millionenbeträge aber auch einige größere Käufe. So hat Salesforce im Jahr 2018 den im Punkt “Integration” aufgeführten Softwareanbieter MuleSoft für 6,5 Mrd. Dollar übernommen. Ein Großteil der aufgekauften Firmen wird direkt in die eigene Plattform integriert, was zu hohen Synnergieeffekten bei Salesforce führt, aber auch den Kunden einen gesteigerten Mehrwert bietet.

Wie verdient Salesforce Geld ?

Marc Benioff hat mit Salesforce die Begriffe SaaS (Software as a Service) und PaaS (Platform as a Service) geprägt wie kaum eine anderer und ist damit maßgeblich für den Erfolg der Salesforce Aktie verantwortlich. Das dahinter stehende Geschäftsmodell habe ich bereits in der Cancom-Analyse genauer erläutert. Grob vereinfacht werden dem Kunden Dienstleistungen, Software oder eben eine ganze Plattform über die Cloud zur Verfügung gestellt. Für den Kunden bietet dies viele Vorteile; z.B. muss er sich nicht mehr selbst um eigene Server, die Sicherheit und andere Punkte kümmern, wodurch er weniger Sorgen hat und sich voll und ganz auf sein Hauptgeschäft konzentrieren kann. Der große Vorteil für Salesforce: Skalierbarkeit! Wie das zustande kommt zeigt folgender Screenshot aus dem Salesforce Preisverzeichnis:

Angebote und Preise
Quelle: salesforce.com

An der beispielhaften Grafik für die Sales Cloud lässt sich direkt ablesen wie gut der Service skaliert. Zum einen bietet Salesforce ein bequemes Abo-Modell, wie mittlerweile jedes erfolgreiche IT-Unternehmen. Dadurch werden bspw. die Umsätze deutlich besser planbar und vor allem entstehen regelmäßige Einnahmen, um nur zwei Vorteile zu nennen. Worum es aber wirklich geht ist der preis pro Benutzer. Während bei Salesforce die Kosten bei einer größeren Anzahl der Nutzer nur geringfügig ansteigen, führt dieses Modell zu einem übermäßig starken Wachstum der Einnahmen, da der Kunde für jeden zusätzlichen Nutzer draufzahlt.

Dieser Skaleneffekt lässt sich natürlich mit einem höheren Preis oder mit einer immer größeren Nutzerzahl verstärken. Ersteres wird bei Salesforce wohl vorerst nicht der Fall sein, da sie weiterhin stark wachsen und sich zusätzliche Marktanteile sichern möchten, dafür aber letzteres. Neben dem “normalen” Nutzerwachstum, durch die zunehmende Bekanntheit von Salesforce, können sie vor allem durch ihre verschiedenen Segmente die Nutzerzahlen beschleunigen. Denn, wie bei den einzelnen Bereichen bereits beschrieben, die verschiedenen Services lassen sich miteinander vernetzen, was dem Kunde deutlich mehr Vorteile bietet. So können Mitarbeiter aus allen Abteilungen gemeinsam auf die Daten zugreifen. Das ist zwar praktisch, kostet aber auch zusätzliche Gebühren, die in die Kassen des Unternehmens fließen und die Salesforce Aktie weiter steigen lassen.

Fasst man all diese Einnahmen zusammen, kommt Salesforce auf einen unglaubliches, durchschnittliches Umsatzwachstum von jährlich 26 (!) Prozent. Wobei sich die Einnahmen in die folgenden Regionen aufteilen:

salesforce umsatzentwicklung
Quelle: MarketScreener.com

Zum einen fällt auf, dass das Wachstum mit zuletzt 27,6% im Heimatland (USA) noch nicht annähernd ausgeschöpft ist und zum anderen wird das unglaubliche Potential in den übrigen Regionen ersichtlich. So hat sich der Umsatz in Europa von 2017 bis 2019 beinahe verdoppelt. Momentan macht das Heimatland USA mit knapp 70% noch den mit Abstand größten Anteil aus, das wird sich aber Jahr für Jahr, zugunsten des weiteren Wachstums ändern. Werfen wir nun also einen Blick darauf, welche Unternehmen Salesforce dabei im Weg stehen könnten und wie die Marktverteilung aussieht:

Konkurrenz und Marktposition

Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist Salesforce das weltweit führende CRM-Unternehmen. Mit ihrer flexiblen Plattform und der Vielzahl an Tools und Services haben sie den Markt schnell erobert. Und sieht man sich die Entwicklungen an, scheint auch kein Halt in Sicht zu sein:

CRM Marktanteil
salesforce marktanteil
Quelle: salesforce.com

Bei solchen Grafiken, insbesondere wenn sie von Salesforce selbst veröffentlicht wurden, sollte man beachten, dass es unterschiedliche Darstellungen geben kann; auch wenn diese Daten von einem unabhängigen Markforschungsunternehmen (IDC) erstellt wurden und die Abweichungen meist nur gering ausfallen. Solche Unterschiede habe ich auch bei meiner Recherche feststellen können, daher hier noch eine zweite Grafik von einer anderen Website:

salesforce marktanteil
Quelle: appsruntheworld.com


Aber auch hier wird ersichtlich: die unangefochtene Nummer Eins ist Salesforce und kleine Abweichungen treten vor allem auf den Plätzen 2-4 auf.
Doch nicht nur im CRM-Markt ist Salesforce ganz vorne mit dabei. Wie schon bei der Unternehmensbeschreibung erwähnt, war Salesforce eine der ersten großen Plattformen im Cloud-Bereich. Auch bei der Analyse der Unternehmenssegmente ist dir mit Sicherheit aufgefallen, dass (nahezu) alle Services Cloud-basiert sind. Dadurch hat sich Salesforce auch im Markt der Cloud-Anwendung schnell nach oben gekämpft:

salesforce marktanteil
Quelle: appsruntheworld.com

Diese starke Marktposition, kombiniert mit dem hohen Wachstum bietet natürlich viel Potential für die Zukunft. All das spiegelt sich natürlich auch in der Bewertung der Salesforce Aktie wider, die wir im 4. Abschnitt ganz genau betrachten werden.


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Wir halten fest

  • Salesforce ist eine der ersten Cloud-Computing Plattformen und wächst mit über 25% pro Jahr
  • Das Geschäftsmodell besteht aus mehren Segmenten und ist gut skalierbar
  • Sie sind der weltweit größte CRM-Software Anbieter und auch im Cloud-Markt ganz vorne mit dabei

2. Branche

Auch wenn sich Salesforce mit komfortablem Abstand an der Spitze befindet, die Konkurrenz schläft nicht. Insbesondere der Anteil der “Anderen” Unternehmen, die nicht in den Rankings mit aufgeführt werden, wächst stark – über 20% pro Jahr. Blickt man auf das Gesamtwachstum der Branche verwundert es nicht, dass jeder einen Stück vom Kuchen abhaben möchte:
Im Jahr 2018 wuchs der CRM-Markt mit 16% und auch für den Zeitraum 2020-2027 wird ein jährliches Wachstum von ca. 14% prognostiziert. Damit ist CRM das am schnellsten wachsende Segment im Bereich der Enterprise Software, wie diese etwas ältere, aber dennoch relevante Grafik verdeutlicht (CRM in dunkelgrün):

CRM Marktentwicklung

Dieses starke Wachstum im CRM-Segment ist ein weiterer Grund für die starke Entwicklung der Salesforce Aktie, ebenso wie für die recht hohe Bewertung. Diese setzt voraus, dass Salesforce seinen Vorsprung weiter ausbauen kann und dieses Segment auch in Zukunft dominieren wird.


Kundenorientierung wird immer wichtiger

Dabei ist es nicht verwunderlich dass allen voran das CRM-Segment so stark wächst. Die Kundenorientierung war zwar schon immer einer der wichtigsten Faktoren eines jeden Unternehmens, aber vor allem in der heutigen Zeit ist sie wichtiger als je zuvor. Gutes CRM ist längst kein zusätzlicher Erfolgsfaktor mehr sondern überlebensnotwendig. Und das liegt zum großen Teil daran, dass der Kunde immer mehr Macht in Form von Informationen erhält, was in der Vergangenheit viele Branchen zu spüren bekommen haben:

  • Wieso noch in ein überteuertes und intransparentes Reisebüro gehen, wenn ich online jeden einzelnen Anbieter vergleichen und für mich den besten heraussuchen kann?
  • Wieso ein teures Elektronikgeschäft mit mittelmäßiger Beratung aufsuchen, wenn mir jedes einzelne Produkt zum besten Preis und mit tausenden Erfahrungsberichten online zur verfügung steht?
  • Wieso von einem unfreundlichen Taxifahrer über Umwege zum Ziel kutschiert werden, wenn ich mir einfach über eine App ein Fahrer buchen kann, der mich auf direktem Wege zum Ziel bringt?

Die Liste ist endlos… schafft es ein Unternehmen nicht, die Bedürfnisse seiner Kunden zu befriedigen verschwindet es früher oder später vom Markt. Dass die Kunden dabei auch immer höhere Ansprüche haben, verdeutlicht die folgende Grafik:


…Egal welche Technologie, welches Geschäftsmodell oder welche Branche, die Kundenausrichtung hat immer oberste Priorität und wird auch in Zukunft bestehen bleiben. Wer sich also in diesem Markt gut positioniert, wird es kaum schaffen nicht zweistellig zu wachsen.

Wenn CRM – dann Salesforce!

Ein weiterer Punkt der dabei zu tragen kommt:
Ist man als Unternehmen auf der Suche nach einem CRM-Anbieter, wählt man natürlich am ehesten einen größeren, dem bereits viele Kunden vertrauen und der schon viele positive Erfahrungsberichte vorweisen kann – Salesforce. Einen Beleg dafür liefert die folgende Grafik:

salesforce aktienanalyse
Quelle: selecthub.com

Die blaue Linie zeigt auf, wie viele Unternehmen bereits die Software von den abgebildeten Anbietern im Einsatz haben.
Die Linie in orange zeigt, welchen Anbieter die Unternehmen für eine zukünftige Investition in CRM am ehesten in Betracht ziehen würden.
Da Salesforce den größten Marktanteil besitzt, überrascht es nicht, dass sie auch bei den meisten Unternehmen eingesetzt werden. Interessant ist aber wie eindeutig die Antwort der Unternehmen ausfällt, welchen Anbieter sie am ehesten in Betracht ziehen würden und wie weit Salesforce auch hier vorne liegt. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Salesforce Aktie ihr Wachstum in den nächsten Jahren beibehalten kann.

Wir halten fest

  • Kein Bereich der Enterprise Software wächst so stark wie die CRM-Branche
  • Die Kundenorientierung wird auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen und gleichzeitig haben die Kunden immer höhere Ansprüche
  • Als größter CRM-Anbieter wird Salesforce von den meisten Unternehmen in Betracht gezogen, was vor allem der Salesforce Aktie zugute kommt

3. SWOTAnalyse

SWOT = Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats -> Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken

Stärken

  • Salesforce ist mit Abstand Marktführer und baut diese Position weiter aus
  • Bei einer Marktkapitalisierung von 140 Mrd. $ ist ein Umsatzwachstum von + 25% beeindruckend
  • Das Geschäft ist hoch skalierbar, was zu stetig steigenden Margen führt
  • Salesforce verdient sein Geld mit CRM-Software, die sie selbstverständlich auch für ihre eigenen Kunden nutzen können. Zusätzlich haben sie soviel Know-how im Umgang mit Kunden wie kaum ein anderes Unternehmen
  • Bzgl. der Unternehmen, unabhängig von den Regionen, ist Salesforce optimal diversifiziert und deckt jede UN-Größe ab. Kein Kunde macht mehr als 5% vom Umsatz aus

Schwächen

  • Die Bewertung der Salesforce Aktie ist sehr hoch und preist viel zukünftiges Wachstum mit ein
  • Knapp 70% der Einnahmen kommen aus den USA, damit ist Salesforce nicht optimal diversifiziert
  • Momentan wird kaum und sehr unregelmäßig Gewinn erwirtschaftet

Chancen

  • Außerhalb der USA, insbesondere in Europa besteht noch reichlich Wachstumspotential
  • Durch den sogenannten Lock-in-Effekt ist es wahrscheinlich, dass Kunden/ Unternehmen, die sich einmal an die Salesforce-Plattform gewöhnt haben nicht mehr umsteigen werden
  • Das noch auf Wachstum getrimmte Geschäft verursacht eine Menge Kosten und hohen Investitionsbedarf. Da Salesforce seine Position immer weiter festigt, werden die Kosten und Investitionen auch immer weiter sinken, was zu einem überproportionalem Anstieg der Margen führen kann
  • Bei Salesforce handelt es sich um eine Plattform, über die auch viele Partnerfirmen agieren. Je mehr Nutzer, desto mehr Drittanbieter, desto mehr Nutzer, usw. Dies stärkt die Marktposition und beschleunigt das Wachstum
  • Salesforce verfügt über reichlich Barmittel, die sie (insbesondere in der jetzigen Zeit) für zusätzliche, strategische Übernahmen nutzen können, um ihre Marktstellung weiter auszubauen

Risiken

  • Bestehen die Folgen der Corona-Krise länger als prognostiziert, werden sich die Kürzungen des Marketingbudgets auch noch im nächsten Jahren negativ auf das Geschäft von Salesforce auswirken
  • Die hohe Bewertung setzt nahezu Perfektion voraus. Sollte sich das Wachstum von Salesforce auch nur leicht abschwächen, kann es zu überdurchschnittlich starken Kurseinbrüchen der Aktie kommen
  • Wächst die Konkurrenz stärker als angenommen, wird sich das auch weiterhin negativ auf das Geschäft und die geplanten Kostensenkungen auswirken, weshalb der Gewinn später und schwächer zulegen könnte

Die Chancen für weiteres Wachstum stehen ausgezeichnet und es besteht viel Potential. Viele Schwächen, wie die niedrigen Margen und die aktuell noch geringe Diversifikation sind langfristige Chancen. Der Markt wächst stark und wird auch weiterhin überdurchschnittlich wachsen, allen voran mit Salesforce als Marktführer. Neben den aufgeführten Risiken besteht die größte Schwäche wohl in der hohen Bewertung von Salesforce.
Dies macht das richtige Timing beim Kauf, insbesondere in der aktuellen Corona-Krise, um so wichtiger. Genauere Informationen zu den besten Kauf- und Nachkauf-Zeitpunkten, zu allen analysierten Aktien (und weiteren Unternehmen) gebe ich regelmäßig all meinen Newsletter-Abonnenten. Hier kannst auch Du dich kostenlos eintragen:

4. Kursziel, Prognose und Bewertung der Salesforce Aktie

Ähnlich wie bei Amazon, legt Salesforce (noch) keinen großen Wert auf seine Gewinne, sondern investiert den Großteil der Einnahmen zugunsten des zukünftigen Wachstums. Dessen muss man sich als Investor bewusst sein und auch dementsprechend bei der Bewertung vorgehen. Darum werde ich in der folgenden Betrachtung auch keinen großen Wert auf die Netto-Marge und das KGV legen. Um so wichtiger wird dabei die Betrachtung des Umsatzes und der operativen Marge. Folgende Grafik verdeutlicht das besonders gut:

Salesforce Umsatzentwicklung
Quelle: MarketScreener.com


Dem Umsatzwachstum steht nichts im Wege. Die operative Marge wächst und wie bereits erwähnt, auf den Gewinn scheint man noch keinen großen Wert zu legen. Für einige Investoren mag das ein Nachteil sein, langfristig orientierte Anleger sollte das aber wenig stören, im Gegenteil: Bei dem beschriebenen Geschäftsmodell und der geringen Netto-Marge von unter 5% kann man sich denken, wie viel Potential hier in Zukunft noch besteht, was sich auch in der Aktie von Salesforce widerspiegelt.

Besonderheit der Salesforce Aktie

Es gibt aber auch noch eine weitere Besonderheit, die verdeutlicht weshalb der Aktienfinder eines der besten Tools zur Aktienbewertung ist. Das Geschäftsjahr der meisten börsennotierten Unternehmen endet am 31.12. des Jahres. In seltenen Fällen auch mal zu einem anderen Zeitpunkt in der zweiten Jahreshälfte. Bei der Salesforce Aktie haben wir jedoch den Fall, dass das Geschäftsjahr am 31.01. endet und sich somit auch alle Daten, Zahlen und Fakten auf dieses Datum beziehen, wie es auch im Aktienfinder korrekt dargestellt wird:

salesforce aktie Analyse
Quelle: aktienfinder.net

Bei der Bewertung und der Berechnung wie viel Potential die Aktie noch hat, blickt man meist zwei Jahre voraus, da auch die meisten Prognosen nur soweit reichen. Bei fast allen Unternehmen berechnen wir also das Potential bis zum 12.2022, bei Salesforce wäre das aber nur der 01.2022, was bei kaum einer Aktienseite ersichtlich ist. Für eine korrekte Bewertung und einen fairen Vergleich müssten wir für die Aktie von Salesforce entweder den 01.2023 oder für andere Unternehmen den 31.2021 heranziehen. Mit diesem Wissen werfen wir nur also einen Blick auf die Bewertung der Salesforce Aktie:

salesforce aktie bewertung
Quelle: aktienfinder.net

Was direkt auffällt: auch bei Salesforce hat die Corona-Krise jetzt schon ihre Spuren hinterlassen, weshalb ein leichter Knick bei der Prognose des operativen Cashflows zu sehen ist; der selbstverständlich auch noch stärker ausfallen könnte, wie in der SWOT-Analyse erwähnt. Ansonsten eignet sich der operative Cashflow, aufgrund seiner Stabilität und der nicht vorhandenen Ausreißer hervorragend für die Berechnung des Fair Value anhand der historischen Daten von Salesforce selbst. Dieses Vorgehen habe ich bereits in der Activision Blizzard Analyse ausführlich beschrieben.

Potential und fairer Aktien-Wert

Für die Berechnung wird ein durchschnittliches KCF (Kurs-Cashflow-Verhältnis) von 28 (daraus entsteht die gelbe Linie) verwendet. Das ist ein sehr hoher wert, der sich aber dennoch perfekt zur Bewertung eignet, da das KCF von Salesforce in den letzten 10 Jahren kaum davon abgewichen ist. Lediglich im Jahr 2010 und 2017 gab es einen kleinen Ausreißer mit einem KCF Wert von 23 und 24, ansonsten pendelt der Wert konstant um die durchschnittlichen 28. Aufgrund der Eigenheiten von Salesforce ist ein Vergleich mit der Peer-Group nur schwer möglich, am ehesten eignet sich einer der größten Konkurrenten von Salesforce (insbesondere im Marketing-Bereich) – Adobe. Und auch bei Adobe beträgt das durchschnittliche KCF (der letzten fünf Jahre) ca. 28.

Dabei kommen wir für das Jahr 2022 auf ein fairen Aktienwert von ca. 180$, dies würde beim jetzigen Kurs von ca. 155$ einem nur geringen Potential von ca. 15% entsprechen. aber ACHTUNG:
Wie bereits erwähnt endet das Geschäftsjahr am 31.01.2022. Würden wir so vorgehen wie bei den letzten Aktienanalysen bräuchten wie für Salesforce den Fair Value vom 31.01.2023. Das durchschnittliche CF-Wachstum betrug ca. 25% in den letzen Jahren. Da die Risiken der Corona Krise nur schwer abschätzbar sind, nehmen wir für 2022-2023 ein konservatives Wachstum von ca. 15% an. Daraus ergibt sich für den 31.01.2023 ein fairer Wert von ca. 210 Dollar. Vom aktuellen Kurs ausgehend, entspricht das einem Potential von 35%, oder auch ca. 12% pro Jahr.

Fazit zur Salesforce Aktie

Es gibt einige Risiken, dafür aber um so mehr Chancen. Im Endeffekt hängt alles davon ab, ob Salesforce sein Wachstum beibehalten oder evtl. sogar noch steigern kann. Aus meiner Sicht sieht alles danach aus:
die Digitalisierung schreitet mit immer größeren Schritten weiter voran, die Kundenorientierung spielt eine immer größer werdende Rolle und die Cloud-Services und Plattformen sind ein perfektes Mittel für die Umsetzung einer guten CRM-Strategie. Und kein Unternehmen ist in diesem Markt besser positioniert als Salesforce. Daher bekommt die Aktie von mir eine klare KAUF – Bewertung.


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Aufgrund der aktuellen Situation ist es aber sehr Riskant den zur Verfügung stehenden Betrag auf einmal zu investieren. Bei der Salesforce Aktie gibt es wichtige Unterstützungs- und Widerstandszonen die in der Vergangenheit jedes mal von Relevanz waren und die es unbedingt zu beachten gilt. Alle Abonnenten des kostenlosen finanzfunk-Newsletters erhalten regelmäßige und sehr ausführliche Einschätzungen von exakten Kaufmarken und den optimalen Nachkauf-Zonen. Gerne kannst auch du dich hier in den Newsletter eintragen:


…Diese Analysen könnten dich auch interessieren:

  • Activision Blizzard – interessiert sich überhaupt nicht für die Corona-Krise und wächst munter weiter
  • Adobe – Hauptkonkurrent von Salesforce mit vielen Ähnlichkeiten aber auch einigen Unterschieden
  • Cancom – deutscher IT-Dienstleister, der sich stark entwickelt und auch weiterhin viel Potential hat

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